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Äquator

Oelsnitz und der Äquator

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In einem Land vor unserer Zeit, als noch riesige Regenwälder das Gebiet des erzgebirgischen Oelsnitz bedeckten und im ausgedehnten Feuchtgebiet baumartige Ackerschachtelhalme neben Schuppenbäume wuchsen, da lag Oelsnitz nicht irgendwo um den 50. Breitengrad, sondern direkt am Äquator. Glauben Sie nicht? Naja zugegeben, das ist schon reichlich 300 Millionen Jahre her, aber die Beweise dafür sind noch heute zu sehen - und zwar im Bergbaumuseum der Stadt.

Hier kann man quasi einen Spaziergang durch „Äquatorial-Sachsen“ unternehmen. Anhand fossiler Funde aus den Zwickau-Oelsnitzer Kohlegruben wurde ein eindrucksvoller Steinkohlewald nachgestaltet, der die Pflanzenwelt im Zeitalter des Karbon, damals ist die Steinkohle entstanden, erahnen läßt. Nur um den Äquator herum war es warm und niederschlagsreich genug, dass genügend Pflanzen wachsen konnten, um die Grundlage für die mächtigen Steinkohleflöze zu bilden, die immerhin über 130 Jahre lang im Oelsnitzer Revier abgebaut worden sind. Wenn die Bäume und anderen Pflanzen im Sumpf abstarben, wurden ihre Überreste im Laufe vieler Jahrhunderte unter großem Druck in Steinkohle umgewandelt. Durch die Verschiebung und das Auseinanderbrechen der Erdplatten drifteten Oelsnitz und die Steinkohle schließlich in Richtung Norden an ihren heutigen Platz.

Dieses interessante geschichtliche Detail gab den Anstoß, den Tag der Sachsen 2010 in Oelsnitz unter das Motto „Sachsen feiert am Äquator“ zu stellen und auch einen kleinen symbolischen Äquator aus roten Pflastersteinen zur errichten.