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Porzellan

Aue und das Porzellan

Es war vor gut 300 Jahren, als der sächsische Kurfürst August der Starke eine Sensation verkünden konnte: Er war in der Lage Porzellan herzustellen. Daran waren seit Jahrhunderten, mit Ausnahme der Chinesen, so ziemlich alle gescheitert. Jahrelang hatten sich auch die Alchemisten Ehrenfried Walther von Tschirnhaus und Johann Friedrich Böttger schon vergeblich daran versucht, bevor ihnen der Metallurge Gottfried Pabst von Ohain den entscheidenden Tipp gab. Er regte die Verwendung von Kaolin, sogenannter „Weißer Erde“, an. Alle Oberbergämter im Reich wurden angewiesen, Proben des Minerals einzusenden. Doch es war Kaolin aus der St. Andreas Fundgrube vom Heidelsberg in Aue, mit dem es aufgrund seiner Reinheit 1708 erstmals gelang, im Gemisch mit Feldspat und Quarz das begehrte Porzellan herzustellen. Dabei wirkte Kaolin als „Zaubermittel“, um aus grauem Porzellan weißes zu machen.

1710 wurde daraufhin die Meißner Porzellanmanufaktur auf der Albrechtsburg gegründet.  Der Besitzer der Auer St. Andreas Fundgrube, Schnorr von Carolsfeld, wurde zum alleinigen Lieferanten. Es ging sogar soweit, dass die Weiße Erde, die man hier übrigens 1698 erstmals entdeckte, für keinen anderen Zweck als zur Porzellanherstellung in Meißen eingesetzt werden durfte. Doch mit der Zeit erschöpften sich die Auer Lagerstätten und die Qualität des gelieferten Kaolins ließ nach, so dass man auch anderswo in Sachsen nach dem Mineral suchte und es schließlich auch fand. Nach 150 Betriebsjahren und rund 8000 gelieferten Tonnen wurde 1851 letztmals Kaolin von der St. Andreas Zeche nach Meißen geschickt.