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Religion

Annaberg-Buchholz und die Bergkirche St. Marien

Bergkirche St. Marien

Die kleine Bergkirche St. Marien in Annaberg wurde zwischen 1502 und 1511 erbaut und ist etwas ganz Besonderes. Sie ist die einzige bergmännische Sonderkirche in Sachsen, die von Bergleuten für Bergleute erbaut wurde. Annabergs Stadtgründer Georg der Bärtige legte den Grundstein. Finanziert wurde sie aber durch die „Büchsenpfennige“ der Annaberger Knappschaft. Eigentlich war der Büchsenpfennig der Beitrag zur Knappschaftskasse und zur Unterstützung der Familien Verunglückter oder für alte und kranke Bergleute gedacht. Er wurde vom Schichtmeister vom Lohn der Bergleute einbehalten und gilt als Vorläufer der Sozialkasse. Den frommen Annaberger Bergleuten muss also der Bau ihrer Kirche sehr wichtig gewesen sein, wenn sie den Büchsenpfennig dafür einsetzten. Genutzt wurde die Kirche ausschließlich für Andachten der Bergleute und Berggottesdienste zu Bergquartalen und Bergfeiertagen. Das zeigt die Bedeutung des Glaubens im bergmännischen Alltag. Bei den besonderen Gefahren und schwierigen Arbeitsbedingungen im Schacht mussten die Bergleute einfach ein besonders Gottvertrauen haben.

Ihre heutige äußere Gestalt erhielt die Bergkirche übrigens im Jahr 1736. Zuvor war sie bei den Stadtbränden 1604, 1630, 1664 und 1731 zum Teil stark zerstört worden. Nachdem man im Ersten Weltkrieg ihre Glocke für Kriegszwecke eingeschmolzen hat, erhielt sie erst 1996 durch das Betreiben der Bergknapp- und Brüderschaft „Glück auf“ Frohnau e.V. wieder ein Geläut. Heute ist die Bergkirche ganzjährig für Besucher zugängig und wird wieder für Berggottesdienste genutzt.