SILBERSTRASSE

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Thaler

Jachymov und der Thaler – oder wie der Dollar nach Amerika kam

Münzhaus Jáchymov

Es war einmal eine Stadt im Erzgebirge, die über einen ungeheuren Reichtum an Silber verfügte. Nun begab es sich aber, dass die herrschenden Grafen von Schlick wussten, dass Silber, welches man zu Münzen prägt, noch viel mehr wert ist. Im Jahre 1518 sollen sie zunächst heimlich in den Kellergewölben ihrer Burg Freudenstein, hoch über dem Ort Joachimsthal, dem heutigen Jáchymov, die ersten Guldengroschen geprägt haben. Sie nannten sie nach dem Ort ihrer Entstehung Joachimsthaler. Sprachlich verkürzte man das Wort bald zu Thaler, später wandelte es sich in Taler oder Tholar und sogar Dollar ab. So wurden die Joachimsthaler zum Vorbild für viele europäische Großsilbermünzen. Auch der amerikanische Dollar soll auf die Zahlungsmittel aus Böhmen zurückgehen, die von 1518 bis 1528 in Joachimsthal geprägt wurden.

Das erklärt sich ganz einfach, denn in der Entwicklung eines neuen Staates werden oft die Währungen anderer Länder übernommen. Und da die Vereinigten Staaten von Amerika nun einmal so gut wie ausschließlich von europäischen Einwanderern gegründet wurden, lag es nah, dass auch der europäische Thaler als Zahlungsmittel seinen Siegeszug in die Neue Welt antrat. Die Kolonien durften nämlich zunächst selbst keine Münzen prägen und so kamen ausländische Zahlungsmittel zum Einsatz.