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Wismut

Bad Schlema und die Wismut

Kurpark Bad Schlema

Das Radiumbad Oberschlema war vor dem zweiten Weltkrieg ein beschaulicher und international bekannter deutscher Kurort. Nach dem Krieg wurde die sowjetische Besatzungsmacht auf die reichen Uranerzvorkommen aufmerksam. Sie brauchte das radioaktive Uran für ihr Atomprogramm, denn nach den Atombombenabwürfen der USA auf Japan sah man sich im beginnenden Wettrüsten im Rückstand.

Schon 1946 begann ein rücksichtsloser Abbau, den die 1947 gegründete Staatliche Aktiengesellschaft der Buntmetallindustrie »Wismut« vorantrieb. Viele Deutsche fanden nach den Kriegsjahren hier Lohn und Brot, doch andererseits wurden dadurch in Bad Schlema auch die Kuranlagen zerstört und die Radonquellen versiegten. Viele Kumpel bezahlten die gefährliche Arbeit mit gesundheitlichen Folgen. Mitte der 1950er Jahre änderte sich die Einstellung: nicht mehr schneller und kurzfristiger Raubbau, sondern langfristig effektiv arbeitende Bergwerke waren das Ziel. Man investierte in wissenschaftliche Erkundung und verbesserte die Bedingungen für die Bergarbeiter unter Tage.

Bis 1990 arbeiteten durchschnittlich 45.000 Beschäftigte bei der Wismut und förderten rund 230.000 Tonnen Uran. Mit der deutschen Einheit wurde der Abbau eingestellt und Mitte 1991 ging das Unternehmen vollständig in den Besitz der Bundesrepublik Deutschland über. Heute muss sich die Wismut GmbH einem riesigen Sanierungsprojekt widmen, dass über 40 Jahre Abbautätigkeit in Sachsen und Thüringen hinterlassen haben.

Bad Schlema schaffte 1998 mit der Eröffnung des neuen Kurhauses wieder den Sprung zum Kurort. Mit den neu erschlossenen Radonquellen ist heute wieder ein großzügiger Kurbetrieb möglich. Seit 2005 trägt der Ort wieder das Prädikat „Bad“ und schon seit 2004 ist er wieder anerkanntes Radonheilbad. Zu den Entwicklungsphasen der Wismut gibt es im Ort einen Bergbau- und Sanierungslehrpfad.