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Adam Ries

Adam Ries und die Rechenkunst

Im Adam-Ries-Museum Annaberg-BuchholzIm Adam-Ries-Museum Annaberg-Buchholz

Um zu betonen, dass das Ergebnis einer Rechenaufgaben richtig ist, sagt man auch heute gern den Spruch „das macht nach Adam Ries…“. Der Rechenmeister, dessen Namen dafür benutzt wird, lebte und lehrte vor über 500 Jahren in Annaberg. Adam Ries gilt als „Vater des modernen Rechnens“ und hat für seine Zeit einige bahnbrechende Neuerungen auf den Weg gebracht. 

Sein größter Verdienst war es, das Rechnen auch den einfachen Menschen näher zu bringen. Denn sie hatten zu leiden, wenn sie nicht nachprüfen konnten, ob ihr Lohn richtig berechnet wurde und sie wurden übers Ohr gehauen, wenn bei den Brotpreisen durch ein uneinheitliches Maßsystem betrogen wurde. Er eröffnete  1522 eine Rechenschule in der damals noch jungen und vom Bergbau geprägten Stadt Annaberg. Er schrieb auch Lehrbücher und zwar nicht in Latein, sondern in Deutsch, der Sprache der einfachen Leute. Das berühmteste beschreibt das Rechnen auf den Linien eines Rechenbretts. Besonders den einfachen Leuten widmete er sein „Gerechent Büchlein/ auff den Schöffel/ Eimer/ vnd Pfundtgewicht“, auch bekannt als Annaberger Brotordnung, durch die es erstmals Festpreise für Brot gab. Er rechnete auch nicht mit den unpraktischen römischen Ziffern, sondern benutzte die arabischen Zahlzeichen. Auch mit dem Bergbau kam Ries durch das Rechnen in Kontakt, denn eine Zeit lang überprüfte er als Finanzbeamter oder sogenannter Zehnter die Steuern, die die Erzgruben an den Landesherrn zu zahlen hatten.