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Clemens Winkler

Clemens Winkler und die Entdeckung des Germaniums

Clemens Winkler lebte 1838 bis 1904Clemens Winkler lebte 1838 bis 1904 (SLUB Dresden - Deutsche Fotothek, G. Heinrich)

Es gab eine Zeit, in der das uns heute bekannte Periodensystem der Elemente noch beträchtliche Lücken aufwies. Aber die Erfinder dieser Übersicht, die Chemiker Dmitri Mendelejew und Lothar Meyer, waren sich des Systems schon 1869 so sicher, dass sie vorhersagen konnten, dass die jetzigen Lücken früher oder später durch noch unbekannte Elemente gefüllt werden würden.

Eine dieser Lücken sollte der sächsische Chemiker Clemens Alexander Winkler füllen und zwar mit dem Element Germanium. Der in Freiberg geborene Winkler arbeitete nach seinem Studium unter anderem in den Blaufarbenwerken Oberschlema und Niederpfannenstiel. Später wurde er auf Empfehlung als Professor für anorganische Chemie an die TU Bergakademie Freiberg berufen.  Dort entwickelte er eine Reihe von Verfahren weiter und forschte. Eines Tages stand  er vor einem Problem. Bei der Analyse eines seltenen Minerals konnte er alle Elemente bestimmen, bis auf sieben Prozent, die sich keinem bekannten Stoff zuordnen ließen. Am 6. Februar 1886 gelang es ihm schließlich, das Element zu isolieren. Er nannte es Germanium.

Zunächst wusste man allerdings wenig damit anzufangen. Für die Industrie wurde es erst in den 1940er Jahren interessant. Weil Germanium ein Halbleiter ist, eignet es zur Herstellung von Dioden und Transistoren. Nachdem man in der Lage war, hochreines Germanium in größeren Mengen und daraus Transistoren herzustellen, beförderte es einen gewaltigen Entwicklungssprung in der Mikroelektronik. Heute wird Germanium noch für einige spezielle Aufgaben als Halbleiter eingesetzt. Außerdem findet es als Legierung mit Gold beim Zahnersatz und in der Schmuckindustrie Verwendung.