SILBERSTRASSE

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Ernst August Geitner

Ernst August Geitner und die Erfindung des Neusilbers

Argentan u. Argentanwaaren Fabrik von Lindner u. Unger in AuerhammerBeispiel einer Argentanwarenfabrik in Auerhammer (SLUB Dresden - Deutsche Fotothek, L. Oeser)

Es gibt ein Metall oder besser gesagt eine Legierung, die ist so vielseitig, dass sie garantiert jeder schon einmal in den Händen gehalten hat. Vielleicht erst heute morgen beim Anziehen oder beim Mittagessen oder beim Aufschließen der Tür oder vielleicht beim Spiel auf einem Instrument oder mit der Modelleisenbahn. Gemeint ist Neusilber, auch als Argentan bekannt. Es wird für Schmuck, Reißverschlüsse, Brillen, Blasinstrumente, Modelleisenbahnschienen oder auch Besteck verwendet. Denn seine Vorteile liegen klar auf der Hand: es sieht genauso hübsch aus wie Silber, hat eine hohe Festigkeit und Korrosionsbeständigkeit, aber es kostet natürlich wesentlich weniger.

Und wer hat‘s erfunden? Genau, die Erzgebirger. Ernst August Geitner, einem Schneeberger Arzt, Chemiker, Botaniker und Erfinder, gelang es 1823 aus den Metallen Nickel, Kupfer und Zink diese Legierung herzustellen. Eine Sensation, denn endlich musste nicht mehr das chinesische „Pacfong“, eine ganz ähnliche Legierung, teuer importiert werden, endlich konnte man auch selbst preiswert dieses praktische Material herstellen. Und das Ganze hatte noch einen weiteren Vorteil: Nickel, das im Erz der Region in größeren Mengen vorkam und bisher als nutzloses Nebenprodukt der Blaufarbenindustrie entstand, konnte endlich sinnvoll verwertet werden. Neusilberproduzenten kauften den Rohstoff in der Region ein und auch Dr. Geitner eröffnete 1929 im ehemaligen Auerhammer bei Aue seine eigene Argentan-Blech-Fabrik.