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Georgius Agricola

Georgius Agricola und der Beginn der Montanwissenschaften

Kennen Sie Georg Bauer? Nein? Naja, besser bekannt ist er auch als Georgius Agricola. Seinen lateinisch angehauchten Namen legte sich der sächsische Wissenschaftler schon während seines Studiums in Leipzig zu und unter dem ist er ja auch weltbekannt.

Geboren wurde Agricola 1494 in Glauchau. Er studierte alte Sprachen und später Medizin, forschte aber auch in den Bereichen Alchemie, Pädagogik, Politik, Bergbau und Mineralogie. Zahlreiche Besuche führten diesen wahren Universal-Gelehrten ins Bergbaurevier des sächsischen und böhmischen Erzgebirges. In Jáchymov war er sogar vier Jahre als Stadtarzt tätig. Er studierte die gesamte Technik des Bergbaus und Hüttenwesens und zeichnete seine Erkenntnisse auf. Insgesamt schrieb Agricola zwölf Werke über Markscheidewesen, Erzsuche, -abbau und –verarbeitung, seine "De re metallica". Das war die erste systematische technologische Untersuchung des Montanwesens und galt über mehr als zweihundert Jahre als Standardwerk . Damit gilt Agricola als Begründer der Geowissenschaften und noch heute wird ihm bescheinigt, der "Vater der Mineralogie" zu sein.

Auch wenn er von diesem Ruhm zu Lebzeiten nicht mehr profitierte, sein so bedeutsames Lebenswerk erschien erst fünf Monate nach seinem Tod 1555, zehrte die Region noch lange von seinem Schaffen. Nicht zufällig wurde 1716 in Jáchymov die welterste staatliche Bergbauschule und 1765 in Freiberg mit der TU die erste Montanhochschule der Welt gegründet.