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Hans Carl von Carlowitz

Hans Carl von Carlowitz und das Prinzip der Nachhaltigkeit

Das Bild zeigt das Aufsuchen der Erzgänge mit der Wünschelrute und durch SchürfgräbenBergbau im Mittelalter aus Agricolas "De re metallica" (SLUB Dresden - Deutsche Fotothek)

Im 17. und 18. Jahrhundert hatte der einst so undurchdringliche erzgebirgische Urwald Miriquidi stark abgenommen. Die Bergbautätigkeit verschlang Unmengen des Rohstoffs Holz, die Stollen wurden damit gesichert und die Schmelzöfen damit betrieben. Außerdem wurde es auch privat zum Bauen, Heizen und Kochen benötigt. Die Umgebung der sächsischen Bergstädte war dadurch schon fast entwaldet. Kurz: es drohte eine Energiekrise und damit der Niedergang des Berg- und Hüttenwesens. Doch gerade dieser Industriezweig sicherte doch den Wohlstand Sachsens. 

Das hätte ein schlimmes Ende nehmen können, hätte es zu jener Zeit nicht den sächsischen Oberberghauptmann Carl von Carlowitz gegeben. Heute wäre er vielleicht Manager und würde Unternehmensstrategien entwickeln. Damals aber war er Leiter des Sächsischen Oberbergamtes und unter anderem für die Holzversorgung des sächsischen Berg- und Hüttenwesens zuständig. In dieser Tätigkeit verfasste er 1713 ein sensationelles Werk, das erste Buch über die Nachhaltigkeit und der Grundstein der deutschen Forstwirtschaft. Die „Sylvicultura oeconomica oder die haußwirthliche Nachricht und Naturgemäße Anweisung zur wilden Baum-Zucht“ beinhaltete das forstwirtschaftliche Wissen seiner Zeit und praktische Anweisung, wie man der Energiekrise begegnen müsse, nämlich mit Aufforstung. Er beschreibt, wie Gehölze zu vermehren sind und empfiehlt das Anlegen von Baumschulen. Aber vor allem beschreibt er, dass immer nur soviel Holz geschlagen werden soll, wie durch planmäßiges Aufforsten wieder nachwachsen kann - dies ist der Grundgedanke der Nachhaltigkeit.