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Marie Curie-Sklodowská

Marie Curie und die Entdeckung des Radiums

Marie Curie lebte von 1867 bis 1934Marie und Pierre Curie (SLUB Dresden - Deutsche Fotothek)

Es war eine Sensation, als Wilhelm Conrad Röntgen 1895 die nach ihm benannten Strahlen entdeckte. Als ein Jahr später Henri Bequerel von einer natürlichen Strahlung in Pechblende berichtete, schenkte man dem zunächst wenig Aufmerksamkeit. Doch eine wissbegierige und kluge junge Wissenschaftlerin war davon fasziniert und wollte dem Phänomen auf den Grund gehen. Es war die polnische Physikerin Marie Curie. Sie wies nach, dass das Erz des Urans, die Pechblende, viel stärker strahlte als reines Uran. Sie stellte die Vermutung auf, dass dafür ein bisher unbekanntes chemisches Element verantwortlich sein muss.

Also machte sie sich daran, dieses Element zu isolieren.  Dafür verwendeten sie und ihr Mann Piere Erz, dass ihr die St. Joachimsthaler Uranfarbenfabrik kostenlos zur Verfügung gestellt hatte. Und tatsächlich gelang es ihr erstmals 1898, aus der erzgebirgischen Pechblende das radioaktive Schwermetall Radium zu isolieren. Ihr brachte diese Entdeckung 1903 gemeinsam mit Henri Becquerel den Nobelpreis für Physik ein.  Für den erzgebirgischen Ort Jáchymov (Joachimsthal) bedeutete es neuen Aufschwung in der Bergbautätigkeit und man begann mit der industriellen Herstellung von Radium. 

Kurz nach seiner Entdeckung hielt man Radium für unbedenklich und sogar gesundheitsfördernd und setzte es zur Krebsbehandlung in Medikamenten und sogar in Kosmetika und allerhand anderen Produkten ein. Weil es im Dunkeln leuchtete, wurden zum Beispiel auch Ziffernblätter von Uhren und sogar Augen für Puppen und Stofftiere mit Radium-Farbe bemalt. Nachdem man die schädliche Wirkung der radioaktiven Strahlung erkannt hatte, wurden in den 1930er Jahren die Radium-Produkte verboten. 

In Jáchymov entstand 1906 das erste Radiumbad der Welt. Wenige Jahre später auch im sächsischen Bad Schlema. Heute weiß man, dass in den Heilbädern vor allem das Edelgas Radon wirkt, was in genauer Dosierung tatsächlich gesundheitsfördernd ist und womit sich besonders bei rheumatischen Erkrankungen gute Erfolge erzielen lassen.